Die Rolle digitaler Medien in der Gesundheitskommunikation                 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Aktivität in den sozialen Netzwerken und dem Besuch von Webseiten ? Auswertung einer Gesundheitsaktion

Autoren: Rebekka Wehrer, Arno Krause, Dr. Marion Eckert-Krause,
Dr. Eckert-Krause und Partner OG – Managementberatung, Feldkirch (Österreich)

Hintergrund 

Gesundheitskommunikation will Informationen vermitteln, um Auslöser für Verhaltensänderung oder Bestärkung zu sein, das gewählte Verhalten beizubehalten.

Um Kommunikation effektiv zu gestalten, müssen Informationen über das Nutzerverhalten der Zielgruppe gesammelt, ausgewertet und in eine Kommunikationsstrategie überführt werden. Beim Einsatz digitaler Medien ist eine Auswertung bis ins Detail möglich.

Methodik

Auswertung einer Fokuspage, die über eine Gesundheitsaktion berichtet. Ausgewertet wurde das Nutzerverhalten über vier Monate beim Zugang, Verbleib und Abgang der Webseiten. Betrachtet wurden die Zeiträume vor, während und nach der Aktion.

Ergebnisse

Im Mai 2019 gab es 131 Besuche mit 578 Seitenansichten, durchschnittlich verbrachten die Besucher 6,02 Minuten auf den Seiten und führten 5 Aktionen pro Besuch aus. Es gab 21 Downloads. 44% der Besucher haben die Webseite nach dem Besuch einer Seite wieder verlassen.

Die meistbesuchte Seite im Mai 2019 war die „Die PCOS -Tour 2019“-Seite mit 132 Seitenansichten, die meisten Besucher kamen von der Seite: Die PCOS-Bewusstmach-Tour 2019“ (27 %). Von den Besuchern aus den sozialen Netzwerken kamen von facebook 38 %, LinkedIn 38%, Instagram 23%. Die meisten Besucher gingen danach weiter zur Seite „News – PCOS Tour 2019“

Im Juni 2019 gab es 192 Besuche und 489 Seitenansichten. Durchschnittlich verbrachten die Besucher 2,41 Minuten auf den Seiten und führten 2,7 Aktionen pro Besuch aus.

Es gab 7 Downloads. 42% der Besucher haben die Webseite nach Besuch einer Seite wieder verlassen.

Die meistbesuchte Seite im Juni war die „Die PCOS -Tour 2019“-Seite mit 171 Seitenansichten. Die meisten Besucher kamen über die Seite: „PCOS Tour – PCOS braucht Bewegung“ (25 %). Aus den sozialen Netzwerken kamen von facebook 43 %, Instagram 36%, LinkedIn 14% und XING 7%. Die meisten Besucher gingen danach weiter zur Seite „Wir stellen unsere Partner vor!“.

Kamen im Mai nur wenige Besucher über die sozialen Netzwerke auf die Webseite, stieg diese Zahl im Juni an. Durch vermehrte Aktivität auf diesen Kanälen kamen deutlich mehr Besucher von dort. Nach Abschluss der Aktion ging im Juli und August 2019 die Zahl der Besucher wieder zurück. In der Zeit mit mehr Beiträgen konnten Abonnenten gewonnen werden. Es wurde eine hohe Reichweite erreicht. Nach der Aktion fällt mit der Reduzierung der Beiträge auch die Zahl der Abonnenten und die Reichweite.

Aktivität in den sozialen Netzwerken steht in direktem Zusammenhang zum Besuch von Webseiten.

Schlussfolgerung

Wer das Medienverhalten seiner Zielgruppe kennenlernen will, ist auf Auswertung angewiesen. Beim Einsatz digitaler Medien ist ein gezielter Einsatz von Analysetools möglich. Voraussetzung für den Einsatz ist die Klärung, ob die Zielgruppe hier auch unterwegs ist und die Regeln beherrscht.

Unter Umständen ist die Aufgabe von Gesundheitskommunikation auch, digitale Medien bereitzustellen, den Umgang zu lehren und dazu zu motivieren. Dies hätte nicht zuletzt den Vorteil, dass dieser Umgang dann weitestgehend gesundheitskonform sein könnte.

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Abstract

Themenbereich 2 – Abstract – Soziale Medien und Webseiten

Poster

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Aktivität in sozialen Netzwerken und dem Besuch von Webseiten ?

Flyer der Veranstaltung

PH3_2020_Einladung_inkl._Programm